Nach meinen ersten Versuchen auf Linux umzusteigen habe ich mit Kubuntu 8.10 einen neuen Versuch gestartet.
Seit vielen Jahren bereits bin ich Windows Nutzer. Angefangen mit Windows 3.11 for Workgroups, über Windows 98, Windows NT 3.51 und 4.0, Windows 2000, Windows XP Pro und Windows Vista Ultimate habe ich viel Erfahrung mit Windows gesammelt. Und gerade wenn man sich die Unterschiede von Win98 und WinXP/Vista anschaut, sieht man eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Gerade mit Windows Vista arbeite ich gern. Aber auch Windows XP im Büro tut immer genau das, was es soll.
Am meisten schätze ich an den Windows Systemen, dass ich als Nutzer mich möglichst wenig mit dem darunter liegenden Rechner beschäftigen muss. Grafikkarten sind ein tolles Beispiel: Solange ich nicht Hardcore-Gamer bin, interessiert mich der exakte Chipsatz auf der Grafikkarte herzlich wenig. Wenn ich Glück habe, habe ich eine Verpackung oder Anleitung rumliegen, auf der der Typ steht. Aber meist kenne ich maximal den Hersteller der Karte selbst. Windows kümmert sich um alles oder ich lege eine Treiber-Disk ein und es installiert sich alles automatisch. Das ist der Punkt, andem Linux-Jünger immer gern ansetzen und meinen, dass Windows zu geschlossen sei, man kann garnicht eingreifen und feintunen. Da haben sie – in der Regel – auch Recht. Aber bei Linux war es lange Zeit nicht besser, denn hier konnte man auch nicht eingreifen, sondern man musste eingreifen. Wer schonmal einen X-Server per Hand im Text-Editor konfiguriert hat, weiß was ich meine.
Toll ist auch die Möglichkeit bei Linux alles selbst zu kompilieren und dadurch noch ein Quentchen mehr an Performance aus dem System zu kitzeln. Das will ich aber alles nicht! ICH will den Rechner benutzen. Das Betriebssystem dient mir dabei nur als Basis um meine Anwendungsprogramme auszuführen, die ich eigentlich nutzen will.
Ich will mich nicht damit beschäftigen müssen, welchen Chipsatz meine TV-Karte hat. Ich will fernsehen. Mir ist auch wurscht, ob Codecs um DVDs zu entschlüsseln proprietär sind oder OpenSource. Ich will DVDs schauen.
Lange Zeit gabe es für User wie mich keine Distribution, die diese Probleme adressierte. Erste Versuche mit SuSE im Jahr 1999 waren wenig erfolgreich. Damals nutzte ich Windows 2000, welches gegenüber Windows 98 und ME extrem stabil lief und alles das tat, was ich brauchte. Weitere Distributionen auf meinem langen Weg waren Debian und Knoppix, wobei letzteres am ehesten meien Anforderungen erfüllte. Allerding war immernoch zuviel Wissen über die verbaute Hardware oder Details in den Treiber-Einstellungen notwendig. Zu oft war die Antwort auf Fragen “Da musst Du das Programm selbst kompilieren.”, was auch noch selten funktionierte.
Die etwas arrogante Linux-Community zu der Zeit machte das Leben als Umsteiger auch nicht leichter. So lange man kein Geek war oder gar errwähnte, dass man Windows bis jetzt garnicht so schlecht fände, gabs keine Hilfe.
Erst mit Ubuntu und deren Ableger Kubuntu kamen Distributionen auf den Markt, die Umsteiger adressieren. Nach der Installation sind die wichtigsten Software-Pakete bereits installiert. Nur dass bei Kubuntu standardmäßig der Konqueror und nicht Firefox als Standard-Browser installiert sind finde ich persönlich nicht so gut.
Ansonsten funktioniert Kubuntu auf Anhieb. Die Hardware-Erkennung läuft hervorragend und inzwischen gibt es Tools, die sogar die Einrichtung eines zweiten Bildschrirms ermöglichen ohne die xorg.conf anpassen zu müssen. Inzwischen komme ich gut klar. Sogar die Synchronisation mit meinem Windows Mobile Smartphone (Samsung I900 OMNIA) funktioniert. Leider funktioniert meine Fernseh-Karte noch nicht, da der Chipsatz mit einem Jahr noch zu neu ist.
Nachdem das Grundsystem nun eingerichtet ist, werde ich mich an einen Umstieg machen. Etwas Angst macht mir noch die Nutzung einer Virtual Machine (vbox) mit Windows XP oder Vista um meine Banking- und Steuer-Programme aus der WISO-Reihe nutzen zu können.

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